f maurer | one off | vol. 1
Im September lässt f maurer mit seiner Ausstellung „one off | vol. 1“ aufhorchen.
Erstmals präsentiert die design galerie einen großen Querschnitt der one offs von f maurer, abseit seinem Schaffen als international agierender Produktdesigner.
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Mit subtilen Eingriffen verändert f maurer Charakterstücke aus der Natur und fremden Kulturen zu neuen Funktionen.
Im Bild: Wendetisch mit Injera-Tableaus, Äthiopien

Ausstellung: 06.09.-30.10.2013 | stilwerk Wien | Praterstr. 1 | 2. OG
Zur Ausstellung erscheint das Buch „f maurer | one off | vol. 1“
Buchpräsentation: 11.10.2013 | 18:00 Uhr

Zur Eröffnung am 05.09.2013 sprach Dr. Wolfgang Pauser, Designkritiker in Wien, auszugsweise:


Die Übertragung in einen neuen Kontext, wo vorhandene Formen mit einem neuen Code dechiffrierbar werden, das ist das Feld, in dem Franz Maurer seine künstlerische Intervention ins Feld des Möbeldesigns vornimmt. Nicht nur aus verschiedenen Kulturen, auch aus der Natur kann ein Objekt stammen, das Franz Maurer aufnimmt, verwandelt und einbettet, sowohl in eine neue Funktion, als auch in einen neuen Zusammenhang der Bedeutung und der kulturellen Interpretation. Wichtiger als die Herkunft, Verwendung und Bedeutung ist ihm der Akt der Verwandlung von einer Sache in eine ganz andere. Durch eine neue Funktion und durch einen neuen Kontext.

Aus designhistorischer Perspektive lassen sich stilistische Traditionen entdecken, in denen das Werk von Franz Maurer steht. Das Verschachteln von Beistelltischen untereinander haben wir bei den Thonet-Möbeln der Jahrhundertwende gesehen. Die aus einem Stück gefertigten Tischplatten lassen sich auch als eine Verneigung vor Carl Auböck lesen, der den Nierentisch der 50er Jahre mit rohen Holzscheiben auf eine sehr österreichische Art interpretierte.

Die Objekte in dieser Ausstellung sind aber nicht nur Einzelstücke aufgrund ihrer nichtindustriellen Fertigung jener Objekte, die Franz Maurer zweckentfremdet. Sie sind oft auch für individuelle Auftraggeber persönlich gemacht und gestaltet. Zwar folgen sie gemeinsamen Prinzipien, ihre konkrete Ausfornung aber erarbeitet der Designer im Dialog mit einem Kunden. Franz Maurer versucht, die Persönlichkeit, die privaten kulturellen Werthaltungen und Kontexte seines Auftraggebers zu verstehen und mit seiner Gestaltung darauf individuell zu antworten. So entstehen Objekte, die nicht nur eine alte fremde Kultur, sondern auch einen gegenwärtigen Menschen interpretieren. Das Ergebnis dieser Integration ist ein Möbel, in dem die Begegnung zwischen der Individualität des Designers und der Individualität des Auftraggebers zum Unikat geworden ist. Im Sinne von "one off": Eines und Schluss.

Wolfgang Pauser